Zum Colorado, Bright Angel Campground
Wir schlafen etwas länger, weil wir ja nur eine leichte Etappe vor uns haben. Wir müssen alle ein bisschen husten, was wohl am Rauch liegt, der scheinbar immer noch spürbar, wenn auch nicht direkt sichtbar ist. Als wir uns als die letzen auf dem Campground gegen 9 Uhr auf den Weg machen, kommt tatsächlich schon die erste Gruppe aus Richtung Colorado an.
Recht bald erreichen wir Ribbon Falls, die uns ausgesprochen gut gefallen. Unter diesem abgelegenen Wasserfall kann man auch mal eine Dusche nehmen und wir machen dort eine längere Pause. Wir sind ziemlich geschockt, als wir Jogger sehen, die tatsächlich von Rim zu Rim joggen. Unser weiterer Weg führt danach die meiste Zeit am Bright Angel Creek entlang, wo wir uns auch hin und wieder abkühlen.
Gegen Ende zieht sich die Tour doch noch erstaunlich lange. Jens hat Probleme, da er zwar tierischen Hunger hat, aber ums Verrecken keinen Powerbar mehr sehen kann. Nach etwas über 7 Meilen kommen wir aber dennoch am Bright Angel Campground an. An der Phantom Ranch hängt tatsächlich ein Münztelefon, von dem aus Johannes zu Hause anruft, um bei 40°C über den nächsten Skiurlaub zu reden.
Am Campingplatz hängt eine Warnung vor Ringtail-Cats. Diese waschbär-ähnlichen Tiere durchsuchen gerne die Rucksäcke der Camper auf Lebensmittel und können ganz gut klettern. Daher müssen alle Lebensmittel, sowie alle Plastiktüten unbedingt in den dafür vorgesehenen „Tierdichten“ Behälter verstaut werden. Wir müssen erstmal unsere Füße kühlen, und zwar im Bright Angel Creek. In unseren Badehosen setzen oder legen wir uns in den Creek und entspannen uns. Manuel baut dafür erstmal einen kleinen Staudamm. Nachdem wir alle abgekühlt sind, versorgen wir unsere Blasen.
Bei Johannes ist das nicht ganz so einfach, sein Blasenpflaster ist verrutscht und muss runter. Die obersten Hautschichten bleiben am Plaster hängen, dementsprechend lecker sieht’s darunter aus. Wir überlegen, ob wir ein Loch in den sowieso schon kaputten Wanderschuh schneiden, oder ob Johannes in Sandalen weiterwandern sollte.
Letzen Endes verschieben wir die Entscheidung auf den nächsten Morgen. Danach gibt es erstmal wieder Tütenfutter, und heute schmeckt es sogar noch besser, als beim letzten Mal. Vor dem Schlafengehen machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Colorado, da es bei der Überquerung am nächsten Morgen ja noch dunkel sein wird. Wir gehen dann ins Zelt um zu schlafen, was bei immer noch über 30°C gar nicht so einfach ist. Im Halbschlaf bekommen wir zweimal mit, wie eine Ringtail-Cat auf unseren Rucksäcken sitzt, die 2m über dem Boden aufgehängt sind. Irgendwann schlafen wir dann doch ein, wissend, dass bald der Wecker wieder klingeln wird.
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