The Wave
Um die Wave zu bewandern benötigt man ein Permit, welches hier beantragt werden kann. Gerade in den Sommermonaten sind die Permits jedoch sehr begehrt und da pro Tag nur wenige Personen in dieses Gebiet hereingelassen werden, sind die Permits meist bereits in den ersten Sekunden „ausverkauft“. Wir hatten Glück und waren schnell genug, nur 30 Sekunden später waren für unseren Tag alle Tickets weg.
Nach dem wir die Wave gesehen haben, verstehen wir diese Einschränkung und begrüßen sie sehr. Auf der einen Seite ist es natürlich wunderbar, dass solche Plätze der Erde den Besuchern zugänglich gemacht werden, auf der anderen Seite muss aber auch auf den Erhalt für spätere Generationen geachtet werden.
Ohne Permit sollte man sich auf keinen Fall auf den Weg zur Wave machen. Ranger patrulieren das Gebiet regelmäßig und kontrollieren die Permits. Drakonische Strafen drohen Wanderern ohne Permit.
Vor Antritt der Wanderung sollte man auf alle Fälle an der Paria Contact Station an der US 89 (Nähe Milemarker 21) vorbeischauen. Hier erhält man nicht nur eine sehr gute Wegbeschreibung aus erster Hand, sondern auch einen Überblick über den Zustand der Zufahrtswege und eine Einschätzung über das Wetter. Besonders bedanken möchten wir uns bei Karsten Rau. Seine Fotos und Beschreibungen der Wave haben uns motiviert, ein Permit zu besorgen und diese wunderbare Tour zu planen. Zusätzlich zu der Wegbeschreibung des Rangers findet man im Internet inzwischen gute Beschreibungen mit GPS Koordinaten. (z.B. hier). Dies sollte einen aber nicht davon abhalten, in der Contact Station vorbeizuschauen! Und noch Mal: Ohne Permit geht nichts!
Hier nun unser Bericht der Wanderung zu Wave:
Nach dem lustigen Abend schlafen wir etwas länger. Danach gibt’s ein leckeres amerikanisches Frühstück in einem Schnellimbiss, zwar nicht so gut wie der „Bitch-Laden“ in Escalante, aber auch essbar. Wir fahren weiter zur Paria Contact Station, die jeder Wave-Erkunder zuerst anfahren sollte. Wir geben eine Person von unserem Permit wieder zurück, da Daniel ja nicht mitkommen konnte, was den Ranger scheinbar sehr erfreut. Er zeigt uns dann detailliert anhand einer Karte und mehrere markanter Fotos den Weg zur Wave. Wir prägen uns die Fotos gut ein, was auch durchaus hilfreich war. Außerdem warnt uns der Ranger vor Sturmgefahr, da die Wahrscheinlichkeit für Thunderstorms recht hoch lag. Wir beschließen, dass wir auch nicht mehr als nass werden können, also dennoch losziehen. Wir fahren zum Trailhead, die Dirtroad ist besser als gedacht, so dass wir nach ca. 30 Minuten da sind. Die Beschreibung des Rangers, insbesondere auch die Entfernungsangaben ist sehr gut und hilfreich.
Die eigentliche Wanderung zur Wave war dann verhältnismäßig anstrengend. Viele sandige Passagen, und Strecken am felsigen Berghang waren recht anspruchsvoll. An der Registration Box sehen wir, dass sich erst 10 Menschen an dem Tag für die Wanderung registriert haben, die –nach der Permitnummer zu urteilen- alle Walk-In Permits bekommen hatten, also nicht frühzeitig reserviert haben. Da insgesamt nur 20 Leuten pro Tag der Zugang gestattet wird, rechnen wir sowieso nicht mit allzu vielen anderen Wanderern. Wir tragen uns in die Registrierungsliste ein und begegnen kurz darauf einem Ranger, der unser Permit auf Richtigkeit prüft. Wer hier ohne gültige Erlaubnis erwischt wird, wird richtig kräftig zur Kasse gebeten.
Die Wegbeschreibung des Rangers erweist sich auch für die Wanderung als außerordentlich gut. Wer aufmerksam zuhört und sich die wichtigsten Bilder einprägt wird keine Probleme haben, die Wave zu finden. Zusätzlich stehen auch die GPS-Koordinaten der Wave auf der Karte, so dass man mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet immer über die Entfernung zum Ziel informiert wird. Zu finden ist die Wave allerdings mit Sicherheit auch ohne GPS, nur anhand der Erklärungen des Rangers.
Während der Wanderung zieht der Himmel langsam zu und es türmen sich zum Teil sehr dunkle Wolken, die teilweise durch Donner begleitet werden. Wir lassen uns davon nicht beirren und folgen dem Weg bis zum Ziel. Dort angekommen werden unsere Erwartungen dann komplett übertroffen. Anders als erwartet sind die bekannten Fotos der Wave nicht in erster Linie fototechnische Meisterwerke, sondern die Wave ist in Wirklichkeit mindestens genauso farbenfroh, und außerdem viel Größer, als die eine typische Fotoeinstellung erwarten lässt. Wir verbringen über eine Stunde damit, kreuz und quer durch die Wave zu laufen, ewig viele Fotos zu schießen und einfach nur zu staunen.
Etwas oberhalb, mit Blick in die Wave packen wir den Kocher aus und kochen mal wieder Pasta mit Aussicht. Ein mächtiger Wind zieht auf, und wir rechnen jeden Moment mit einem Regenschauer. Immer wieder donnert es um uns herum, es bleibt aber nach wie vor trocken. Zeitweise peitschen regelrechte Sandstürme durch die Wave, die tatsächlich schmerzhaft sein konnten. Wir packen sämtliche Abfälle, selbst das benutze Nudelwasser wieder ein. Nach dem Essen erkunden wir die nähere Umgebung, sehen Gesteinsformationen, die wie große Gehirne oder Blumenkohle aussehen und fühlen uns wie Alice im Wunderland. Wie ein großer, kochender, plötzlich erstarrter Farbtopf sieht der ganze Untergrund aus.
Wir laufen mit dem Ziel 2nd Wave durch diese Zauberlandschaft, können uns gar nicht satt sehen und wissen, dass wir das niemals ausreichend auf Fotos bannen können. Der Untergrund ist erstaunlich zerbrechlich. Wir müssen schon sehr aufpassen, um keine Spuren im weichen Sandstein zu hinterlassen. Die 2nd Wave ist gar nicht weit weg, hier sind die Farben allerdings nicht so schön, wie sie die Fotos haben erwarten lassen. Wir entscheiden uns dennoch, nicht bis zum Sonnenuntergang zu warten, da zu viele Wolken sowieso kein optimales Licht ermöglicht hätten. Stattdessen gehen wir durch die Wave langsam zurück und verlassen schweren Herzens diese Traumwelt. Wir benötigen ca. 1,5 Stunden für den Weg zurück zum Auto und sind daraufhin doch froh, ihn nicht in der Dunkelheit gehen zu müssen. Voller Eindrücke fahren wir zurück nach Page, wo wir ziemlich müde im Hotel ankommen. Wir machen uns einen ruhigen Abend im Hotelzimmer, überfressen uns ziemlich mit Pizza von Pizza-Hut und trinken ein paar Bud, bzw. Johannes seinen Bacardi.
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