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USA 2004, Southwest

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Fahrt nach Las Vegas

Es muss ein Blitzeinschlag in unmittelbarer Nähe sein, der uns alle aus unserem ohnehin schon schlechten Schlaf reißt. Aufgeschreckt von dem Schlag stellen wir fest, dass Jens einen dünnen Wasserfilm praktisch unter seiner gesamten Isomatte hat. Wir merken, dass der Großteil des Zeltbodens in einer Pfütze zu stehen scheint. Jens Schlafsack ist bereits an vielen Stellen nass, und es regnet immer noch in Strömen. Es ist jetzt drei Uhr früh, d.h. es regnet und donnert bereits seit sieben Stunden!

Manuel hilft Jens mit einem Biwaksack aus, der die nächste Feuchtigkeit abhalten soll. Das Zelt ist zwar überall Klatschnass, unter dem Boden steht das Wasser und das Vorzelt ist überflutet, von oben ist es aber noch dicht. Wir beschließen, im Zelt zu bleiben, solange es uns noch Schutz von oben bietet. Mehr oder weniger schlafend verbringen wir die nächsten knapp zwei Stunden. Gegen fünf Uhr, es regnet und gewittert seit 9 Stunden beginnen auch die beiden anderen nass zu werden, und es fallen Tropfen ins Innenzelt. Von draußen ertönt eine Sirene, die wir nicht orten können.

Wir beschließen, ins Auto umzuziehen, und von dort erstmal die Lage einzuschätzen. In strömendem Regen laufen wir die paar Meter durch den Matsch unserer Campsite ins Auto und ziehen uns so gut es geht warme Sachen über. Wir machen die Heizung an, starten den Motor und fahren eine Runde über den Campingplatz. Überall auf dem Gelände haben sich kleinere Seen gebildet. Der trockene Waldboden scheint nicht viel Wasser aufnehmen zu können. In vielen Zelten ist Licht, viele sitzen in ihren Autos, einige stellen sich am Campingshop unter. Wir stellen fest, dass RV-Fahrer doof (und beneidenswert) sind und versuchen im Auto ein bisschen weiter zu schlafen.

Die Hoffnung, dass Zelt nach dem Aufwachen im Trockenen abbauen zu können, schwindet allmählich. Am nächsten Morgen können wir uns ein Bild von der Lage machen. Unser Zelt steht verlassen und klitschnass in der Tat in einer großen Pfütze, erstaunlich, dass wir überhaupt so lange einigermaßen trocken geblieben sind. Bis es trocken ist werden wir heute nicht warten können, zumal es immer noch tröpfelt, und es immer noch vereinzelt donnert. Insgesamt stand das Gewitter mehr als 12 Stunden über uns! Wir fahren erstmal zur Laundry, um ein paar Sachen zu trocknen und zu sortieren. Leider sind wir nicht die einzigen mit dieser Idee. Insbesondere die Feuerwehrleute, die die Unterholzbrände kontrolliert haben, haben Unmengen an Schlafsäcken etc. zu trocknen. Wir sortieren ein bisschen unsere nassen Sachen, und bauen dann das völlig durchnässte und dreckige Zelt ab. Zusammen mit den triefenden Campingstühlen schmeißen wir alles irgendwie ins Auto und wollen nur noch so schnell wie möglich weg aus dem Matschloch, in dem es immer noch regnet.

Unterwegs hört es dann zum Glück bald auf zu regnen, und auch die Temperatur steigt stetig. In St George halten wir kurz, um einen kleinen Snack bei KFC einzunehmen, und fahren zügig weiter. Wir versuchen an der Interstate mehrfach abzufahren, um unser Zelt eine zeitlang zum Trocknen aufzustellen. Das Vorhaben scheitert leider jedes Mal am enorm starken Wind, der unsere Campingstühle lustig durch die Gegend schiebt. Ein letzter Versuch endet kurz vor Las Vegas mit Blick auf die Nellis AFB ebenfalls am Wind, aber wenigstens wurden wir nicht von den Soldaten verhaftet, als Johannes sich in deren Sichtweise auf offener Straße umzieht.

Wir finden schnell unser Hotel Flamingo direkt am Strip und checken problemlos ein. Zimmer 20133 liegt im 20. Stock, und das riesige Fenster bietet eine imposante Aussicht, wenn auch leider nicht in Richtung Strip. Johannes nimmt mit seiner Isomatte am Fuße des Fensters Platz und hat somit den absoluten Logenplatz. Ansonsten machen Zimmer und Hotel einen sehr ordentlichen Eindruck, nachdem man sich an die Spielautomaten überall gewöhnt hat. Nachdem wir das klitschnasse Zelt möglichst gut in der Dusche ausgebreitet haben essen wir im Hotel am Paradise Garden Buffet zu Abend. Das Buffet ist zwar in Ordnung, reißt uns aber alle nicht vom Hocker.

Im Flamingo Casino spielen wir das erste Mal, und sind sehr begeistert, dass auch bei den Pennyslots die Cocktaildame vorbeikommt, und uns gegen jeweils 1$ Tip mit Cocktails und Bier versorgt! Jens macht an den kleinen Slotmachines einen stolzen Gewinn von maximal 36$, Manuel setzt mit 85$ noch einen drauf! Wie hoch der Einsatz jeweils war, lässt sich schwer ermitteln, da wir das Geld aber ohnehin wieder verspielen werden, ist das auch gar nicht so wichtig. Wir wechseln irgendwann ins Caesars Palace, und stellen fest, dass hier die Cocktails wesentlich besser sind als im Flamingo. Außerdem hat man von einigen Automaten eine hervorragende Sicht auf die Shadow-Bar, so dass das Spielen auch nicht langweilig wird.

Manuel wird als erster müde und geht etwas früher ins Hotel zurück. Johannes und Jens gehen noch auf einen Drink in Cleopatras Galere, wo eine richtig gute Liveband spielt. Durch die schier endlosen Casinolandschaften geht es dann zurück aufs Zimmer, wo wir über dem Lichtermeer von Las Vegas voll mit Eindrücken und voll mit Cocktails einschlafen.

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