Von Tom Price nach Newman
Am nächsten Morgen erkundigten wir uns erneut nach dem Wetter und bekamen leider die Antwort, dass sich das weitere Tiefdruckgebiet bei Broome inzwischen in einen Zyklon verwandelt hatte (Name: Gelda) und daher alle Straßen nach Norden und auch nach Westen (Richtung Exmouth) sowie der Karijini Park gesperrt seien. Wir hatten also enormes Glück, dass wir nicht in Exmouth gewartet hatten und den Karijini Park bereits hinter uns hatten. Zwar hätten wir über eine östliche Route noch nach Broome gekonnt. Da wir aber noch 10 Tage zur Verfügung hatten und wir diese nicht nur in Broome verbringen wollten, haben wir uns für eine Rückkehr nach Perth entschieden.
Nach einem Anruf bei Apollo war geklärt, dass dies gegen eine Umbuchungsgebühr von 700$ (unter Anrechnung der One-Way Miete von 400$ blieben noch 300$) in Ordnung war.
Wir sind dann also von Tom Price zunächst in Richtung Osten am geschlossenen Karijini Park vorbei in Richtung Newman gefahren. Auf dem Weg dorthin haben wir eine aufregende Abzweigung in Richtung Eagle Rook Falls gemacht. Dies war ein Umweg von mindestens 100km über Matschpiste mit teilweise überschwemmten Straßen und Stellen, an denen wir gut eingesunken sind. Das war sicherlich schon an der Grenze unseres Autos.
Bis zu dem Eagle Pool haben wir es auch geschafft und einen kleinen See mit Grillplatz gefunden. Von dort wollten wir weiter in Richtung der Falls fahren. Wir hatten keine Ahnung, was uns erwarten würde, da wir kein Foto oder ähnliches von den Wasserfällen gesehen hatten. Der Weg sollte von dem See noch ungefähr 4km weitergehen, wir haben allerdings nur ca. 1 km geschafft und sind dann an einer Stelle gescheitert, an der ein leichter Anstieg mit sehr ausgewaschener Fahrbahn und großen Steinen unser Auto vor zu große Herausforderungen stellte. Wir haben die Stelle versucht mit dem Auto zu bewältigen, sind aber gescheitert, auch weil sich trotz blockiertem Differenzial vorne nur ein Rad gedreht hat. Die Hinterräder wurden bei dieser Aktion auch durch spitze Steine sehr stark belastet, was Mitgrund für unseren späteren Plattfuß (siehe nächster Tag) gewesen sein könnte.
Wieder zurück auf der Hauptmatschstraße wollten wir zurück zur Abzweigung vom Highway eine Abkürzung nehmen, die laut GPS Karte vorhanden sein sollte. Leider haben wir die Karte falsch interpretiert und sind nicht beim Highway, sondern unter einer Powerline (Strommasten) gelandet. Unter den Masten befand sich zwar auch eine Art Straße, der eigentliche Highway war aber gut 300m weiter im Süden und durch einen großen Graben von uns getrennt. Wir sind den Powerlines dann weitergefolgt und haben eine Stelle gefunden, bei der der Graben recht flach war und wir durchs Unterholz zurück auf die Straße konnten.
Der Campground in Newman hatte das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis (25$) der Reise. Die Sanitäranlagen wurden gerade renoviert, d.h. man hat praktisch zwischen Zementsäcken geduscht. Die Eigentümer hat uns dann recht umfangreich darüber informiert, was bei einem Zyklon zu tun sei, dass man also in den Duschraum gehen sollte, da dieser das stabilste Gebäude wäre etc.
Am Abend sind wir auf den Radio Hill Lookout gefahren. Die Aussicht von dort war aber nicht besonders toll, da der Hügel zu flach war und man von der Mine in Newman nichts sehen konnte. Als nächstes sind wir in das Hotel unterhalb des Hügels gefahren, da es dort laut Reiseführer eine Cocktailbar geben sollte. Die Atmosphäre glich aber eher einer Bahnhofsvorhalle, so dass wir nur ein kurzes Bier zu uns genommen haben und anschließend zurück zum Camping Platz gefahren sind. Die Nacht war entgegen der Ankündigungen vom Eigentümer sehr ruhig.
Zurückgelegte Strecke: ca. 375km
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